Schulleben

Rund um die Projektprüfung

Projektprüfung

Ab dem Schuljahr 2021/2022 gelten für die Qualiprüfungen allgemein und die Projektprüfung insbesondere einige Änderungen der Mittelschulordnung.

Das zugehörige KMS vom 16.06.2020 finden Sie hier: "Neue Prüfungsformate ab 2021/2022"

Die per Verordnung geänderte Mittelschulordnung gilt seit dem 01.08.2021.

Was hat sich geändert?

Am besten versteht man die Änderung durch die im oben erwähnten KMS veröffentlichte Tabelle:

Screenshot 2021 10 25 162220
  Für die Mittelschülerinnen und Mitelschüler "wandert" die Projektprüfung aus dem Kanon der Prüfungsfächer in die Jahresfortgansnote. Die Gewichtung bleibt dabei gleich.

Vorteile:

  • sie muss nicht im Prüfungszeitraum abgehalten werden
  • bei der Durchführung ergeben sich organisatorische Erleichterungen
  • Externe Prüflinge müssen nicht mehr automatisch an der für sie im Normalfall eher unbekannten Prüfungsform teilnehmen, sondern können aus vier Leistungen wählen.

Nachteile:

  • sehe ich persönlich keine, solange wir bei der Umsetzung den ursprünglichen Projektgedanken (gemeinsame Prüfung von WiB und BoZ, möglichst viel eigene Leistung und Verantwortung der Schülerinnen und Schüler) festhalten.

 

Aus diesem Grund müssen die nun folgenden Ausführungen auch nicht grundlegend geändert werden, da sich an der Grundidee "Projektprüfung" nichts geändert hat. Stück für Stück werden die selbst erstellten Infoschreiben oder Hilfestellungen auf den neuesten Stand gebracht, die offiziellen Schreiben des KM durch die aktuellen Fassungen ersetzt.

Update 29.10.2021

Seit heute ist auch die Handreichung des ISB online. Hier ist sie zu finden:

https://www.isb.bayern.de/mittelschule/faecher/berufsorientierung/wirtschaft-und-beruf/

Es ist eine tolle Übersicht über alle Teilbereiche der Projektprüfung, mit vielen guten und praktikablen Vorschlägen.

Ich persönlich stimme nicht mit allen Punkten überein - vor allem im Bereich der Bewertung habe ich andere Erfahrungen gemacht und bin von den "komplizierten" und detaillierten Bepunktungsbögen im Laufe der Zeit abgekommen. (Mehr dazu finden Sie unter "Bewertung" weiter unten.)


Allgemeines zur Projektprüfung

Seit dem Schuljahr 2010/11 werden die Prüfungen für den Qualifizierenden Mittelschulabschluss, sowie für die Mittlere Reife in WiB und den berufsorientierenden Zweigen mittels eines Projektes abgenommen. Verstärkt werden hierfür, spätestens ab der siebten Jahrgangsstufe, an den Schulen Übungsprojekte durchgeführt, um die Schülerinnen und Schüler, sowie die beteiligten Lehrkräfte darauf vorzubereiten.

Hier finden Prüflinge und Eltern eine kurze Information über diese Prüfungsart: Kurzinfo Projektprüfung

Offizielle Bekanntmachungen des Kultusministeriums zum Thema in Form einer Kurzdarstellung auf der Internetseite des ISB können Sie hier im PDF- Format heruntergeladen.


Grundsätzliche Erfahrungen zur Projektprüfung

Im Folgenden veröffentlichen wir ein paar Erfahrungen, die in den letzten Jahren mit der Projektprüfung gemacht wurden. Wie so oft, gibt es auch in diesem Bereich ein paar "neuralgische Punkte", über die man sich Gedanken machen muss, um ein Projekt erfolgreich durchführen zu können. Diese Punkte könnte man wie folgt aufzählen:bridge builders compromise by frits ahlefeldt

  • Methoden
  • Organisation
  • Bewertung
  • Leittextmethode
  • der AWT-Lehrer und die Projektprüfunge
  • externe Teilnehmer

 Vielleicht gibt es dazu schon Meinungen, Lösungen oder Vorschläge, die man austauschen kann....

Wenn Ihnen noch weitere Punkte einfallen, richten Sie sich bitte an:

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Das "A und O" für das Projekt - Methoden

Aufgefallen ist, dass die Schülerinnen und Schüler ein Kompendium an Methoden benötigen um eine Projektprüfung bestreiten zu können.

Eine Idee sind sogenannte "Methodenkarten" die man im Karteikartensystem in seinem Klassenzimmer installieren kann - wollen die Schülerinnen und Schüler dann Genaueres über die Erstellung eines Plakates, Möglichkeiten der Ideenfindung o.ä. wissen, finden Sie es dort. Die wohl beste Möglichkeit ist, dass die Schüler die Methodenkarten selber herstellen. Es ist auch denkbar, dass einheitliche Methodenkarten für die Schule erarbeitet werden, die dann in jedem Klassenzimmer gleich sind.

Einige Beispiele, wie solche Karten zu verschiedenen Themen und Methoden aussehen könnten, finden Sie hier:recovery helping friend out of water people bridge team illustration by frits ahlefeldt

 

 

Umfangreiche Sammlungen von Methoden finden Sie hier:


Organisation

Es gibt ganz unterschiedliche Möglichkeiten die Projektprüfung zu organisieren. Ein Glück, da die Bedingungsfaktoren an fast jeder Schule unterschiedlich sind. Wie groß sind die Gruppen, wieviele Fachräume stehen zur Verfügung... - all das spielt in die Planung mit hinein. Eine Möglichkeit eine Projektprüfung an "3+2" Tagen durchzuführen, finden Sie hier...

Im Vorfeld der Projektprüfung muss vieles organisisert und abgesprochen werden. Es hat sich bewährt einen Termin für alle beteiligten Lehrerkräfte zu vereinbaren, bei dem grundsätzliche Dinge, wie Projektgruppen, Lehrerteams, Raumbelegung und Belegungsstunden der LehrerInnen vereinbart werden können.

Ein weit verbreiteter Irrglaube ist, dass die SchülerInnen wärend eines Projektes ständig betreut werden müssen. Natürlich müssen, falls die Schüler den Fachräume nutzen dürfen, im Computerräumen Recherchearbeiten verrichten o.ä. jeweils Aufsichten vor Ort sein. Diese Arbeiten sollen die SchülerInnen jedoch möglichst selbstständig verrichten. Eine Möglichkeit der Rückmeldung oder Hilfe bieten hingegen die "Schalterstunden" oder "Sprechstunden". Diese können im Wochenplan fest eingetragen und terminiert werden.


Bewertung

Die Bewertung der Projektprüfung ist ein heißes Eisen - werden wir den Leistungen der Schüler gerecht? Sind unsere Bewertungen, die auf unseren Beobachtung basieren anfechtbar? Kann man bei einem Gruppenprojekt auf aussagekräftige Einzelbewertungen kommen?

Das Kultusministerium hat eine Verlaufsdokumentation veröffentlicht, bei dem zu je einem Drittel die "Durchführung", die "Präsentation" und die "Projektmappe" gewertet werden - also zwei "harte" Bewertungen und eine, die auf Beobachtung und Befragung basiert. Bewertungsbögen können bei den Aufzeichnungen helfen und Ergebnisse transparent machen - daher anbei ein paar Bewertungsbögen vom ISB/KM...

...ein Blatt pro Schüler - zwei Beispiele für eigene Bewertungsbögen

In den vergangenen benoteten Projekten wurden unterschiedliche Bewertungsbögen getestet. Es fiel auf, dass es unpraktikabel ist für jeden Schüler drei Bögen zu führen. Daher wurden die Bögen weiterentwickelt. Bei den angefügten Beispielen passen alle drei Teile auf Vorder- Rückseite. Natürlich können die Bögen auf die individuellen Bedürfnisse angepasst werden...               

Gundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten: Die Bewertung kann "phasenorientiert" (hier klicken) oder "kompetenzorientiert" (hier klicken) vorgenommen werden.


 Die Leittextmethode

Die Projektprüfung an Mittelschulen in Bayern ist "leittextgebunden". Diese Methode wurde in der beruflichen Ausbildung entwickelt und auf die Projektprüfung abgestimmt. Eine Kurzdarstellung zum Tema Leittext vom ISB finden Sie hier...

Einen guten und funktionierenden Leittext zu schreiben ist richtig schwer!!! Einen perfekten Leittext wird es wohl nie geben - ständig könnte man weiter daran herumfeilen... Allerdings kann man versuchen bestimmte, häufig gemachte Fehler zu vermeiden. Im Laufe von meheren Fortbildungen zum Thema ist folgendes Dokument entstanden: Hilfen zum Erstellen von Leittexten


Der AWT-Lehrer und die Projektprüfung

Die Erfahrung aus mehreren Jahren Projektprüfung zeigt, dass die Lehrer der praktischen Zweige wenig Probleme haben, geeignete Aufgaben für sich in der Durchführung einer Projektprüfung zu finden. Aber wo bleibt der WiB-Lehrer???!!!

Eine Checkliste der möglichen Aufgaben des AWT-Lehrers bei der Projektprüfung finden Sie hier.

Das Fach Wirtschaft und Beruf (WiB) und die praktischen Zweige Ernährung und Soziales (ES), Wirtschaft und Kommunikation (WiK) und Technik (T) müssen im Schulalltag einen starken Verbund bilden. Dadurch können Synergieeffekte genutzt werden. Im Lehrplan finden sich fast zu jedem Thema Verknüpfungspunkte zwischen den Fächern. So könnte z.B. das Thema "Markterkundung" (siebte Klasse) im WiB-Unterricht vorbereitet und in ES durchgeführt werden...

Im Lehrplan Plus sind diese Verknüpfungen über den Button "Querverweise" leicht abrufbar.


Externe Teilnehmer

Für externe Teilnehmer am Qualifizierenden Mittelschulabschluss und der Mittleren Reife gilt seit dem Schulajhr 2011/2012 das Gleiche wie für Schülerinnen und Schüler der Mittelschule. Teil des qualifizierenden Mittelschulabschlusses ist die Projektprüfung.

Eine kurze Information über die Prüfung finden Sie hier...

Ausführlichere Informationen gibt es auf der Seite vom ISB:

Leitfaden für Lehrer

Leitfaden für Schüler


Zitate und Anekdoten, die zum Thema passen...

"Ein Gramm Handeln ist besser als eine Tonne Theorie" (Friedrich Engels)

"Ein Gramm Erfahrung ist besser als eine Tonne Theorie" (John Dewey)

"Wer überlegt, sucht auch Gründe nicht zu dürfen." (Gotthold Ephraim Lessing)

"Vorstellungskraft ist wichtiger als Wissen." (Albert Einstein)

"Believe you can and you're halfway there."

"Wenn du etwas erträumen kannst, kannst du es auch schaffen. Vergiss nicht - das ganze fing an mit einer Maus." (Walt Disney)

Folgende Geschichte wird über Thomas Edison erzält:

"Herr Edinson, der mehr als 10.000 Versuche gebraucht haben soll um die Glühbirne zu erfinden, wird nach Versuch 9999 von einem Pressevertreter gefragt, ob er den 10000sten Fehlversuch auch noch machen möchte. Edison antwortete: "Wieso Fehlversuch, ich habe 9999 Wege gefunden wie es nicht funktioniert - aber ich habe aus jedem Versuch gelernt!"

heute weiß man, dass er wohl die Glühbirne nicht erfunden hat, sondern (nur) weiterentwickelt. Egal - die Anekdote finde ich trotzdem super :-)

Oder Überzeugungen aus der modernen Unternehmensentwicklung (Mark Zuckerberg aus den Unternehmensunterlagen zum Börsengang)

  • "Done is better than perfect."
  • "Move fast and break things."
  • "The riskiest thing is to take no risks."
  • "Focus on solving the most important problems."


Warum ist das mit der Projektprüfung so schwierig?

Häufig machen wir eines bei der Erstellung und der Durchführung der Projektprüfung falsch: Wir denken und planen zu kompliziert! Wir fühlen uns dabei vielleicht getrieben von Fragen und Bedenken: Was habe ich mit meinen Schülern schon durchgenommen, was können sie, wir kann ich es beobachten, wie können wir es bewerten, was, wenn sie etwas nicht selber machen, wie soll die Gewichtung der einzelnen Teile sein…???

Alles verständliche Fragen aus Sicht der Lehrkraft – für ein Projekt oft tödlich…

Folgende Prinzipien können Abhilfe schaffen:

1. Einfach Denken

Ein Projekt besteht in der einfachsten Beschreibung aus folgenden Teilen:

Zielvorgabe/Aufgabenstellung – Planung und Durchführung – Ergebnisdarstellung mit Reflexion

Also ganz schlicht:

Die/der SchülerIn bekommt eine Aufgabe, plant und bearbeitet diese und stellt anschließend diesen Weg dar, wobei sie/er selber den Werdegang und das Ergebnis reflektiert.

2. Weniger helfen

Wie oft müssen Lehrkräfte immer wieder das Gleiche erklären? Häufig fühlen sich SchülerInnen in unserem Schulsystem nicht fürs eigene Lernen verantwortlich – warum? Weil sie in vielen Fällen seit der Grundschule wissen, dass es ihnen nochmal und nochmal erklärt wird. Weil sie oftmals durch den Lernstoff geführt werden wie durch ein Museum - "bloß nichts anfassen!". Weil sie letztendlich für ihr Lernen nie selber verantwortlich sind.

Wenn man als Beifahrer im Auto sitzt, wird man in den seltensten Fällen den Weg zu einem bestimmten Zielort merken. Nur wenn man als Fahrer, ohne Navi oder Jemanden der mir ständig sagt „jetzt rechts, dann links…“, den Weg gefunden hat, wird man diesen mit großer Wahrscheinlichkeit auch beim nächsten Mal finden.

Wir müssen die SchülerInnen viel öfter auf den Fahrersitz setzen.

Natürlich müssen wir ihnen auch zugestehen, sich mal zu verfahren und dürfen dabei nicht zu früh eingreifen. Das fällt uns Lehrkräften oft am schwersten…

3. Motivation ist Alles

Die Lehrkraft ist dafür verantwortlich, dass ein Schüler etwas lernt! Ohne den Lehrer oder die Schule kann der Schüler nichts lernen… Das ist Quatsch!!!

Ich habe Grundschulkinder beobachtet, welche die abstrusesten Namen irgendwelcher Figuren auf Spielkarten in drei verschiedenen „Verwandlungsformen“ aus dem FF aufsagen konnten – ich spreche von über 150 Fantasiebegriffen. Es mussten noch nicht einmal besonders gute Schüler sein. Wie geht das??? Antwort: Sie sind motiviert!

Wie erreiche ich Motivation? Im besten Fall interessiert mich das Thema. Oder ich werde in ein für mich interessantes Szenario hineinversetzt… kann mich in etwas „reinarbeiten“… und verstehe immer mehr… und begreife Zusammenhänge… und kann etwas ausprobieren… oder finde Lösungen… Ihr wisst worauf ich hinaus möchte ;-)


Zu guter Letzt:

Diese Zusammenstellung ist im Laufe der Zeit gewachsen, gekürzt, verändert und weiterentwickelt worden. Sie soll unterstützen und die Projektidee weiterbringen. Sie stellt keine offizielle Verlautbarung dar. Da ich jedoch seit den Zeiten, als die Modularisierung entwickelt werden sollte, relativ durchgängig in verschiedenen Arbeitskreisen am ISB beteiligt war, kann hier ein Stück weit die Entwicklung von der Modularisierung, über den Kompetenzbegriff, der dann zur Weiterentwicklung des leittextgebundenen Projekts und danach sogar des kompetenzorientierten Lehrplans geführt hat, nachvollzogen werden. Das alles hängt nämlich tatsächlich zusammen und ist auch in sich logisch. Nur wird so eine Idee im Laufe der Zeit immer weiter verändert, abgeschliffen, juristisch wasserdicht gemacht. Ich war früher nie ein großer Fan von Geschichtsunterricht - weiß aber heute: wer die Geschichte nicht versteht, kann auch die Gegenwart nicht richtig begreifen...

Das Material und die Formulare sind entweder von zuständigen Stellen (KM, ISB..), von mir selber erstellt oder in Arbeitskreisen entstanden. Hier wurden die Autoren jeweils gefragt, ob die Ergebnisse im Rahmen einer Internetseite veröffentlicht werden dürfen. Sie dürfen, wenn notwendig, für nicht komerzielle Zwecke verändert und auf die jeweilige Situation angepasst werden. Wozu das Rad immer neu erfinden?

Die Bilder sind von großartigen Künstler Frits Ahlefeldt, der auch als "Hiking Artist" bekannt geworden ist. Man findet seine Werke unter: https://fritsahlefeldt.com/

Wer Fragen, Anmerkungen, Verbesserungsvorschläge hat, kann sich gerne an mich wenden:

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Februar 2021, Marc Güntsch, Rektor


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